Darlehen – was genau ist das eigentlich?

Ein Darlehen ist ein schuldrechtlicher Vertrag, der umgangssprachlich auch als Kredit bezeichnet wird. Bei einem Darlehen überlässt der Kreditgeber oder Darlehensgeber einem Kreditnehmer oder Darlehensnehmer Geld oder vertretbare Sachen zur vorübergehenden Nutzung.

Der Darlehensnehmer ist bei Darlehensfälligkeit gesetzlich und vertraglich verpflichtet, dem Geber des Darlehens den Nennbetrag der Geldschuld bzw. eine gleichwertige Sache zurückzugeben. Dem Kreditnehmer wird die Darlehensvaluta übereignet oder abgetreten, so dass er mit den Gegenständen nach Belieben verfahren kann. Das Darlehen kann entgeltlich sein, so dass der Darlehensnehmer nebst Rückgewähr der Darlehensvaluta einen Zins zu zahlen hat.

Es bestehen einige juristische Unterschiede zwischen einem Kredit und einem Darlehen. Da die Begriffe allerdings sehr eng zusammenhängen, werden sie umgangssprachlich oft als Synonym verwendet.

Darlehen von privat

Lange Zeit bestanden zwei Vertragstheorien über de Darlehensvertrag, die aber keine wesentlichen praktischen Auswirkungen zur Folge hatten. In diesen Theorien ging es darum, ob der Darlehensvertrag bereits durch Einigung der Vertragsparteien zustande kam oder ob noch zusätzlich die Auszahlung zur Vertragsentstehung erforderlich sei.

Heute folgen die Gesetze wie die juristische Literatur und Rechtsprechung der Konsensualtheorie. Danach ist der Darlehensgeber kraft Vertragsschluss verpflichtet, dem Darlehensnehmer einen bestimmten Geldbetrag oder eine vereinbarte vertretbare Sache zur Verfügung zu stellen. Der Darlehensvertrag kommt daher bereits durch die Einigung der Parteien zustande.

Darlehensarten in der Übersicht:

  • Endfälliges Darlehen: Ein solches Darlehen wird am Ende der Laufzeit in einem einmaligen Betrag zurückgezahlt.
  • Annuitätendarlehen: Der jährlich zu zahlende Betrag aus Tilgung und Zinsen ist immer gleich hoch. Dadurch steigt der Tilgungsanteil während der Laufzeit an und der Zinsanteil sinkt entsprechend.
  • Tilgungsdarlehen: Die Tilgung bleibt während der Laufzeit konstant, die Zinsen werden aus dem verbleibenden Kapital berechnet. Dadurch sinken die Raten während der Laufzeit.
  • Laufzeitzinsdarlehen, LAUDA, Ratendarlehen: Der Zinsbetrag für die gesamte Laufzeit wird am Anfang der Laufzeit in einem Betrag dem Darlehensbetrag zugerechnet. Anschließend wird bis zum Ende der Laufzeit der gleiche Betrag (Rate) zurückgezahlt.
  • Partiarisches Darlehen: Der Darlehensgeber erhält statt oder zusätzlich zu den Zinsen eine Gewinnbeteiligung.
  • Rollierendes Geldmarktdarlehen: Rückzahlung flexibel, Zins passt sich den Geldmarktzinsen an. Rollierendes Geldmarktdarlehen: Rückzahlung flexibel, Zins passt sich den Geldmarktzinsen an.#
  • Bauspardarlehen
  • Massedarlehen
  • Abrufdarlehen